⚠️ Wichtiger Sicherheitshinweis
Mit Öl oder Hartöl getränkte Lappen können sich selbst entzünden. Benutzte Lappen einzeln und glatt ausgebreitet trocknen lassen oder in einem luftdicht verschlossenen Blechgefäß aufbewahren, nie zusammengeknüllt liegen lassen.
Lösemittel wie Aceton sind leicht entzündbar. Nur bei guter Belüftung und fern von Zündquellen verwenden. Epoxidharze können Hautallergien auslösen, es gelten die Schutzhinweise des Herstellers.
Siebdruckplatten liegen auf Anhängern, in Werkstätten und im Garten. Früher oder später taucht die Frage auf, ob und wie man eine Siebdruckplatte versiegeln sollte. Die ehrliche Antwort: Das hängt von der Platte, vom Einsatz und vom Produkt ab.
Dieser Beitrag erklärt, wie eine Siebdruckplatte aufgebaut ist, wo ihre empfindlichen Stellen liegen und welche Produktgruppen es gibt. Eine Anleitung mit Schichtzahlen, Trocknungszeiten und Preisen ist er bewusst nicht. Diese Angaben stehen im technischen Merkblatt des jeweiligen Herstellers.
Das Wichtigste in Kürze
- Aufbau: Sperrholz mit einer Beschichtung aus Phenolharzfilm, die Siebdruckseite ist als rutschhemmende Struktur gedacht.
- Empfindliche Stellen: Schnittkanten und Bohrlöcher, an denen das Holz offen liegt.
- Produktwahl: Ob ein Lack, Öl oder Harz für den Zweck geeignet ist, steht im technischen Merkblatt des Herstellers.
- Trittflächen: Schleifen und glatte Beschichtungen können die rutschhemmende Wirkung verringern.
- Sicherheit: Ölgetränkte Lappen können sich selbst entzünden, viele Lösemittel sind leicht entzündbar.
Was ist eine Siebdruckplatte?
Siebdruckplatten sind Sperrholzplatten, deren Oberflächen mit einem Phenolharzfilm beschichtet sind. Hersteller beschreiben diese Filme als abriebfest. Auf einer oder beiden Seiten ist eine Siebdruckstruktur eingepresst, die rutschhemmend wirken soll.
Als Trägermaterial nennen Hersteller unter anderem Birken- oder Combisperrholz. Mehr zum Aufbau von Sperrholzplatten steht im Beitrag Fliesen verkleiden mit Multiplexplatte.
Wo eine Siebdruckplatte empfindlich ist
Die beschichteten Flächen sind ab Werk geschützt. Anders ist es überall dort, wo die Platte zugeschnitten oder durchbohrt wurde: An Schnittkanten und Bohrlöchern liegt das Holz offen. Hersteller versiegeln die Plattenkanten deshalb werkseitig gegen Feuchtigkeit.
Wer eine Platte zuschneidet, legt neue, ungeschützte Kanten frei. Ob und womit diese Kanten nachbehandelt werden sollen, gibt der Plattenhersteller in seinen Verarbeitungshinweisen an.

Welche Produktgruppen gibt es?
Für Holz und Holzwerkstoffe gibt es Lacke, Öle und Harze. Welche davon sich für eine Siebdruckplatte und den geplanten Einsatz eignen, lässt sich nicht pauschal sagen. Maßgeblich ist das technische Merkblatt des jeweiligen Produkts.
- Lacke: Ob ein Lack für außen gedacht ist und auf welchem Untergrund er haftet, steht im Merkblatt.
- Öle: Öle brauchen einen saugfähigen Untergrund. Das technische Merkblatt zum AURO Hartöl weist außerdem auf die Selbstentzündungsgefahr benutzter Lappen hin.
- Epoxidharz: Laut Herstellerangaben sind Epoxidharze unter UV- und Witterungseinfluss nicht farbstabil. Die BG BAU weist auf ihre hohe allergene Wirkung hin.
- Kantenversiegelungen: Produkte speziell für Schnittkanten, Anwendung nach Herstellerangabe.
Begangene Flächen: Rutschhemmung beachten
Auf Ladeflächen, Podesten und Anhängern wird die Siebdruckseite begangen. Ihre Struktur ist als rutschhemmende Oberfläche gedacht. Schleifen und eine glatte Beschichtung können diese Wirkung verringern. Wer eine Trittfläche behandeln möchte, klärt deshalb vorher mit dem Hersteller der Platte und des Produkts, ob das vorgesehen ist.
Was vor einer Behandlung zu klären ist
- Wo steht oder liegt die Platte: innen, außen, überdacht?
- Welche Stellen sind betroffen: nur Kanten und Bohrlöcher oder die Fläche?
- Was sagt der Plattenhersteller zur Nachbehandlung?
- Ist das gewählte Produkt laut Merkblatt für diesen Untergrund und Einsatz gedacht?
- Welche Schutzmaßnahmen nennt das Sicherheitsdatenblatt?
Bei Bauteilen, auf die es ankommt, etwa Ladeflächen von Anhängern, ist der Rat eines Fachbetriebs sinnvoll.
Fazit
Ob und wie man eine Siebdruckplatte versiegeln sollte, hängt vom Einsatz ab. Die beschichtete Fläche ist ab Werk geschützt, empfindlich sind vor allem offene Schnittkanten und Bohrlöcher. Welches Produkt dafür taugt, wie es verarbeitet wird und wie lange es hält, steht im technischen Merkblatt und lässt sich nicht pauschal beantworten.
FAQ
Muss ich eine neue Siebdruckplatte versiegeln?
Die Fläche ist ab Werk beschichtet. Offene Schnittkanten und Bohrlöcher sind die Stellen, zu denen die Verarbeitungshinweise des Herstellers Auskunft geben.
Welche Farbe haftet auf Siebdruckplatten?
Das hängt vom Produkt ab. Ob ein Lack auf einer Phenolharzoberfläche haftet und welche Vorbereitung nötig ist, steht im technischen Merkblatt.
Wie lange hält eine Versiegelung?
Dazu gibt es keine belastbare allgemeine Angabe. Produkt, Witterung und Beanspruchung spielen zusammen.
Kann ich Siebdruckplatten im Freien einsetzen?
Dafür sind die Angaben des Plattenherstellers maßgeblich, insbesondere zur Verleimung und zum Schutz der Kanten.
Was kostet das Versiegeln?
Das hängt von Produkt und Fläche ab. Der Verbrauch pro Quadratmeter steht auf dem Gebinde.
Quellen
- AURO Hartöl Nr. 126 – Technisches Merkblatt – Hersteller-Merkblatt: Sicherheitshinweis zur Selbstentzündung ölgetränkter Lappen und Hinweis, dass Öl saugfähige Flächen voraussetzt
- BG BAU: Epoxidharze – belegt: Epoxidharze haben hohe allergene Potenz, führen schnell zu Hautallergien
- GisChem (BG RCI/BGHM): Datenblatt Aceton – belegt: Aceton ist leicht entzündbar (H225) und kann Atemwege reizen

