Das Wichtigste in Kürze
- Gluckert die Heizung und bleibt oben kalt, steckt Luft drin und der Körper heizt schlecht.
- Mit Entlüftungsschlüssel, Becher und Lappen ist die Sache in wenigen Minuten erledigt.
- Thermostat ganz auf, Pumpe möglichst aus, Ventil langsam öffnen, bis es zischt.
- Zudrehen, sobald nur noch Wasser ohne Blasen kommt.
- Danach den Druck checken und auf etwa 1,0 bis 2,0 bar nachfüllen.
- Im Haus von unten nach oben arbeiten, sonst schiebst du dir die Luft zurück.
Die Heizung blubbert, der Heizkörper wird oben einfach nicht warm und das Zimmer bleibt kühl, obwohl das Thermostat voll aufgedreht ist. Fast immer ist Luft im Spiel. Die gute Nachricht, du lässt sie in ein paar Minuten selbst raus und sparst dir damit Energie und kalte Füße. Wir zeigen dir, wie du Luft erkennst, sie richtig ablässt, den Druck wieder einstellst und was du tust, wenn der Körper danach immer noch kalt ist.
Woran du Luft erkennst
Das deutlichste Zeichen ist das Gluckern, sobald die Heizung läuft. Dazu wird der Heizkörper unten heiß, bleibt oben aber kalt. Da sitzt nämlich die Luftblase und blockiert das warme Wasser. Der Raum wird dann nur langsam oder gar nicht richtig warm. Wer jetzt höher dreht, verheizt bloß mehr Geld, ohne dass es wärmer wird.
Woher kommt die Luft? Meist nach dem Nachfüllen von Wasser, nach der Sommerpause oder einfach über die Zeit. Deshalb ist eine Entlüftungsrunde zu Beginn der Heizsaison eine gute Gewohnheit, die nicht mal eine halbe Stunde kostet.
Das legst du dir bereit
- Einen Entlüftungsschlüssel mit Vierkant aus dem Baumarkt
- Einen Becher oder eine kleine Schüssel fürs Wasser
- Ein Tuch gegen Tropfen
- Den Blick aufs Manometer deiner Heizung, dort liest du nachher den Druck ab
Manche Heizkörper haben ein Ventil, das sich auch mit einem Schlitzschraubendreher öffnen lässt, oder einen automatischen Entlüfter. Schau einfach kurz oben an der Seite des Heizkörpers nach.

So machst du es richtig
- Thermostat ganz aufdrehen, damit das Wasser zirkuliert und sich die Luft oben sammelt.
- Die Umwälzpumpe für ein paar Minuten ausschalten, dann beruhigt sich das Wasser.
- Becher unter das Ventil halten und den Schlüssel ansetzen.
- Ventil langsam öffnen, bis es zischt. Das ist die Luft, die entweicht.
- Zudrehen, sobald nur noch Wasser ohne Blasen läuft.
- Pumpe wieder einschalten und den Druck prüfen.
Reihenfolge im Haus: Fang im Erdgeschoss an und arbeite dich nach oben vor, also von unten nach oben. Die Luft steigt im System nach oben, und so treibst du sie Stockwerk für Stockwerk aus. Andersherum schiebst du sie dir in schon entlüftete Körper zurück.
Druck checken und nachfüllen
Beim Entlüften geht etwas Wasser mit raus, deshalb fällt der Druck oft ab. Schau aufs Manometer am Kessel. Steht der Zeiger zu tief, füllst du über den Füllhahn vorsichtig Wasser nach, bis er wieder im grünen Bereich liegt, meist irgendwo zwischen 1,0 und 2,0 bar. Den genauen Wert nennt dir die Anleitung deiner Heizung.
Oft musst du Entlüften und Nachfüllen ein- bis zweimal wiederholen, weil beim ersten Mal noch Restluft drin ist. Check am nächsten Tag noch mal, ob der Druck hält. Sackt er ohne Entlüften immer wieder ab, stimmt etwas nicht und du solltest einen Fachmann fragen.
Typische Fehler
- Pumpe läuft mit: Dann wirbelt die Luft im Wasser herum und lässt sich schlecht ablassen.
- Ventil zu weit auf: Heißes Wasser spritzt heraus. Nur so weit öffnen, dass es zischt.
- Druck vergessen: Ohne Nachfüllen läuft die Heizung danach mit zu wenig Druck.
- Nur einmal entlüftet: Häufig braucht es einen zweiten Durchgang.
Achtung, heißes Wasser: Das Heizungswasser kann heiß sein, also Ventil langsam öffnen und Becher bereithalten. Bildet sich trotz Entlüften ständig neue Luft, kann eine undichte Stelle dahinterstecken. Das gehört in fachkundige Hände.
Heizkörper bleibt kalt, obwohl entlüftet?
Wird der Körper trotz Entlüften nicht warm, liegt es oft am Thermostat. Über den Sommer setzt sich der kleine Stift darunter gern fest. Nimm den Thermostatkopf ab und drück den Stift ein paarmal vorsichtig rein, er sollte zurückfedern. Klemmt er, blockiert er den Durchfluss und der Körper bleibt kalt.
Werden außerdem immer dieselben, weit vom Kessel entfernten Heizkörper kaum warm, fehlt oft ein hydraulischer Abgleich. Den macht der Heizungsbauer. Auch eine zu schwache Pumpe oder Schlamm in der Anlage können schuld sein. Entlüften ist also der erste Schritt, aber nicht immer die komplette Lösung.
Fazit
Heizkörper entlüften ist ein Zwei-Minuten-Job mit großer Wirkung. Thermostat auf, Pumpe aus, Ventil langsam öffnen und zudrehen, sobald Wasser kommt. Danach den Druck checken und im Haus von unten nach oben arbeiten. Bleibt ein Körper kalt, schau dir den Thermostatstift an und hol bei wiederkehrender Luft oder ungleicher Wärme einen Fachmann dazu.
FAQ – Heizung entlüften
Wie oft muss ich entlüften?
Meist einmal zu Beginn der Heizsaison und immer, wenn ein Körper gluckert oder oben kalt bleibt. Nach dem Nachfüllen von Wasser ebenfalls.
In welcher Reihenfolge?
Von unten nach oben, also vom Erdgeschoss bis unters Dach. So wandert die Luft aus dem System, statt zurückzulaufen.
Wie viel Druck braucht die Heizung?
Oft zwischen 1,0 und 2,0 bar, je nach Anlage und Gebäudehöhe. Der genaue Wert steht in der Bedienungsanleitung.
Muss die Pumpe wirklich aus?
Es hilft sehr. Ausgeschaltet setzt sich die Luft sauber oben ab und lässt sich leichter ablassen.
Mein Heizkörper bleibt trotzdem kalt, warum?
Dann klemmt oft der Stift unterm Thermostatkopf. Prüf ihn. Bleibt es dabei, kann ein hydraulischer Abgleich nötig sein.
Warum kommt die Luft immer wieder?
Das kann auf eine Undichtigkeit oder ein defektes Ausdehnungsgefäß hindeuten. Lass das im Zweifel vom Fachmann prüfen.
