Du hast eine Regentonne im Garten und der nächste Starkregen lässt sie überlaufen? Das Wasser bahnt sich seinen Weg über die Terrasse oder weicht den Boden auf. Eine einfache Lösung: ein Überlauf, der das überschüssige Wasser kontrolliert ableitet. Den kannst du in einer Stunde selbst bauen – mit Material aus dem Baumarkt für unter 20 Euro.
In dieser Anleitung zeigen wir dir, wie du den Überlauf richtig planst, welches Material du brauchst und wie der Einbau Schritt für Schritt funktioniert. Außerdem geben wir dir Tipps, wo das Wasser idealerweise hin abgeleitet wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Position: Überlauf 5-10 cm unter dem oberen Tonnenrand.
- Durchmesser: Mindestens 32 mm – sonst staut sich das Wasser bei Starkregen.
- Material: HT-Rohr, Tankverschraubung, Bohrkrone oder Lochsäge.
- Ablauf: Idealerweise in einen Versickerungsbereich oder in eine zweite Tonne.
- Werkzeug: Bohrmaschine, Lochsäge, Silikon.
Warum braucht jede Regentonne einen Überlauf?
Ohne Überlauf ergeben sich mehrere Probleme. Bei Starkregen läuft das Wasser oben über und sucht sich seinen Weg – meist genau dort, wo du es nicht haben willst. Außerdem kann sich Wasser im Anschluss-Bereich vom Fallrohr stauen und in die Hauswand drücken.
Mit einem ordentlichen Überlauf vermeidest du diese Probleme:
- Kontrollierter Wasserabfluss
- Schutz vor Wasserschäden am Haus
- Möglichkeit zur Versickerung im Garten
- Verbindung mehrerer Tonnen ist möglich
- Vermeidung von Verschlammung im Anschlussbereich
Material und Werkzeug
- HT-Rohr: Durchmesser 32-50 mm, je nach Tonnengröße und erwarteter Wassermenge
- Tankverschraubung: Spezielle Durchführung mit beidseitiger Mutter und Dichtung
- Lochsäge oder Bohrkrone: Passend zum Rohrdurchmesser
- Sanitär-Silikon: Für die zusätzliche Abdichtung
- Schraubenzieher: Für die Mutter der Tankverschraubung
- Filzstift: Zum Anzeichnen der Bohrposition
- Maßband: Für die richtige Höhe
Tankverschraubungen gibt es im Baumarkt im Garten- oder Sanitärbereich. Sie sind die mit Abstand sauberste Lösung, weil sie wasserdicht und langlebig sind.
Schritt-für-Schritt-Anleitung
1. Position des Überlaufs bestimmen
Der Überlauf soll 5-10 cm unterhalb des oberen Tonnenrandes sitzen. So bleibt oben ein bisschen Reserve, falls Schmutz oder Blätter auf der Wasseroberfläche schwimmen. Bei IBC-Containern (1000 Liter) ähnlich, bei kleineren Tonnen (200-300 Liter) etwa 8 cm unter dem Rand.
2. Bohrposition markieren
Mit Filzstift einen Kreis in der gewünschten Größe an die Tonnenwand zeichnen. Achte darauf, dass an dieser Stelle keine Verstrebungen oder Versteifungen sind.
3. Bohren
Mit der Lochsäge oder Bohrkrone vorsichtig bohren. Bei Kunststofftonnen reicht eine Standard-Lochsäge aus, bei dickwandigen Tonnen brauchst du eine Bohrkrone. Den Bohrer langsam laufen lassen, damit das Plastik nicht schmilzt oder reißt.
4. Bohrloch entgraten
Die Schnittkante mit Schmirgelpapier oder einem Cuttermesser sauber machen. Scharfe Kanten würden die Dichtung der Tankverschraubung beschädigen.
5. Tankverschraubung einsetzen
Die Tankverschraubung von außen durchstecken. Innen die Gummidichtung anlegen, dann die Mutter aufschrauben. Erst handfest, dann mit Schraubenzieher 1-2 Umdrehungen nachziehen. Nicht zu fest, sonst beschädigst du die Dichtung.
6. Abdichten
Außen rund um die Tankverschraubung mit Sanitär-Silikon eine zusätzliche Dichtung ziehen. Trocknen lassen (24 Stunden).
7. HT-Rohr anschließen
Außen an die Tankverschraubung ein HT-Rohr stecken, das das Wasser kontrolliert wegführt. Bei verschiedenen Längen kannst du das Rohr mit Winkeln und Verbindern um Hindernisse führen.
8. Wasserzielort vorbereiten
Das Wasser muss irgendwohin – im Idealfall in einen Versickerungsbereich. Eine Kiesgrube von etwa 50×50×50 cm reicht für die meisten Tonnen. Bei viel Wasser eine größere Sickergrube anlegen.
Erweiterte Lösung: Mehrere Tonnen verbinden
Du kannst auch zwei oder mehr Regentonnen miteinander verbinden. Der Überlauf der ersten Tonne führt zur zweiten, deren Überlauf wiederum zur dritten. So speicherst du mehr Regenwasser für trockene Phasen.
- Beide Tonnen auf gleicher Höhe aufstellen.
- In beiden Tonnen auf gleicher Höhe einen Überlauf bohren.
- Mit HT-Rohr verbinden.
- An der letzten Tonne den eigentlichen Überlauf zum Versickerungsbereich.
Häufige Fehler
- Zu kleiner Durchmesser: Bei Starkregen staut sich das Wasser.
- Falsche Höhe: Zu hoch und die Tonne läuft trotzdem über, zu tief und du verlierst Speicherkapazität.
- Ohne Dichtung montiert: Wasser tritt an der Tankverschraubung aus.
- Abfluss nicht geplant: Wasser läuft direkt am Haus runter.
- Mit der Brechstange gebohrt: Kunststofftonne reißt.
Sicherheitstipps
- Versickerungsbereich: Mindestens 2 Meter vom Hausfundament entfernt.
- Insektenschutz: An den Überlauf-Ausgang ein feines Gitter, damit keine Mücken in die Tonne kommen.
- Frostschutz: Im Winter Tonnen entleeren oder Wasser ablassen, sonst Frostschäden.
- Kontrolle: Einmal jährlich Tankverschraubung auf Dichtheit prüfen.
Fazit
Ein Überlauf für die Regentonne ist eines der wichtigsten Add-ons, um Wasserschäden am Haus zu vermeiden. Mit Tankverschraubung, HT-Rohr und einer guten Stunde Arbeit hast du eine saubere, langlebige Lösung. Wichtig sind: passende Höhe, ausreichender Durchmesser und ein vernünftiges Wasserziel.
Wer mehrere Regentonnen verbinden möchte, profitiert besonders. So sammelst du wirklich viel Regenwasser, ohne dass es zu Überflutungen kommt. Das macht ökologisch Sinn und spart Geld bei der Bewässerung im Sommer.
Häufige Fragen
Welchen Durchmesser braucht der Überlauf?
Mindestens 32 mm, besser 40-50 mm. Faustregel: Je größer die Tonne und je mehr Dachfläche, desto größer der Überlauf.
Wo kommt das Wasser hin?
Am besten in eine Versickerungsmulde im Garten – mindestens 2 Meter vom Hausfundament weg. Alternative: angeschlossene Drainage oder zweite Regentonne.
Was kostet der Eigenbau?
Tankverschraubung 5-10 Euro, HT-Rohr und Fittinge 5-10 Euro, Silikon 3-5 Euro. Insgesamt unter 20 Euro.
Was tun bei IBC-Containern?
Genauso wie bei Tonnen. Wegen der größeren Wandstärke brauchst du eventuell eine Bohrkrone statt Lochsäge.
Muss ich den Überlauf im Winter abdichten?
Nein, im Gegenteil – auch im Winter muss er offen sein, damit gefrorenes Wasser ausweichen kann. Die Tonne sollte aber entleert sein.
