Deine Spülmaschine riecht muffig, das Geschirr wird nicht mehr richtig sauber oder es gibt unerklärliche Flecken? Dann lohnt es sich, zwei Bauteile auseinanderzuhalten, die im Netz ständig verwechselt werden.
Die Wassertasche ist der Wärmetauscher. Sie sitzt in der Seitenwand zwischen Gehäuse und Spülbehälter, empfängt das einlaufende Frischwasser und bevorratet es für den nächsten Spülgang beziehungsweise die Regenerierung des Enthärters (HEA-Fachwissen). Die heiße Spülflotte wärmt dieses Wasser durch die Behälterwand vor – das spart Strom. Mit deinem Spülergebnis hat die Wassertasche direkt nichts zu tun, und sie verteilt auch nichts auf die Sprüharme.
Wenn das Geschirr nicht sauber wird, sind fast immer Sieb, Sprüharme oder die Wasserweiche dran – letztere ist die angetriebene Scheibe hinter der Umwälzpumpe, die das Wasser abwechselnd auf oberen und unteren Sprüharm schaltet. Ist sie defekt, dreht ein Sprüharm nicht mehr richtig und – mit allen Folgen für das Spülergebnis.
In dieser Anleitung erfährst du, wie du die Wassertasche reinigen kannst, ohne sie komplett auszubauen. Mit der richtigen Methode geht das in einer Stunde – ohne Werkzeug, ohne Schraubendreher und ohne Risiko, das Gerät zu beschädigen.
Das Wichtigste in Kürze
- Beste Methode: Spülmaschinen-Reiniger oder Zitronensäure-Lösung im Leerprogramm laufen lassen.
- Bei starker Verkalkung: Mehrere Reinigungszyklen oder spezieller Entkalker.
- Tipp: Sieb und Sprüharme zusätzlich manuell reinigen.
- Vorbeugung: Salzbehälter regelmäßig nachfüllen, Wasserhärte einstellen.
- Wenn nichts hilft: Kundendienst rufen – kompletter Ausbau notwendig.
Was ist die Wassertasche?
Die Wassertasche ist ein Bauteil im Inneren der Spülmaschine, das das einströmende Wasser zwischen den beiden Sprüharmen (oben und unten) verteilt. Manche Modelle haben zusätzlich einen dritten Sprüharm für die Besteckschublade. Die Wassertasche sitzt meist seitlich an der Innenwand der Maschine.
Wenn sich Kalkablagerungen, Fett oder Essensreste in der Wassertasche festsetzen, beeinträchtigen sie den Wasserfluss. Folge: ungleichmäßige Reinigung des Geschirrs, schlechte Spülleistung, manchmal auch Geruchsbelästigung.
Methode 1: Reinigung mit Zitronensäure
Zitronensäure ist ein günstiges und effektives Hausmittel gegen Kalk und Schmutz in der Spülmaschine. Pulver oder Flüssigkeit aus dem Drogeriemarkt.
- Spülmaschine leer.
- 3-4 Esslöffel Zitronensäure-Pulver oder 100 ml Flüssigkeit in den Spülmaschineninnenraum streuen oder gießen.
- Kein heißes Programm! Zitronensäure ist nicht hitzebeständig: Erhitzt bildet sie zusammen mit Kalk Calciumcitrat – einen hartnäckigen weißen Belag, den du nicht mehr wegbekommst. Nimm ein kaltes oder höchstens lauwarmes Programm, oder lass die Lösung einfach im stehenden Gerät einwirken.
- Programm komplett durchlaufen lassen.
- Nach Ende des Programms innen mit feuchtem Lappen nachwischen.
Wichtig, damit du dir vergebliche Arbeit sparst: Die Wassertasche kannst du auf diesem Weg nicht reinigen – auch nicht mit Spezialreiniger. Sie liegt im Frischwasserweg und ist vom Spülraum getrennt; die Wärme geht nur durch die Behälterwand. Was du in den Innenraum kippst, landet in der Spülflotte und kommt in der Wassertasche nie an.
Ein Reinigungsprogramm bringt trotzdem etwas – nur eben für Sieb, Sprüharme, Umwälzpumpe und Innenraum. Und das sind genau die Teile, an denen es liegt, wenn dein Geschirr nicht sauber wird. Bei starker Verschmutzung kannst du den Vorgang nach 24 Stunden wiederholen.
Methode 2: Essigessenz
Essigessenz funktioniert ähnlich wie Zitronensäure, hat aber stärkere Gerüche und kann bei manchen Dichtungen Probleme machen.
- 200 ml Essigessenz in eine hitzebeständige Schüssel.
- Schüssel in den oberen Korb stellen (möglichst nahe an der Wassertasche).
- Leerprogramm bei 60 °C starten.
- Nach dem Programm gut durchlüften, der Geruch hält sich teilweise lange.
Achtung: Bei langfristiger Anwendung können Gummidichtungen spröde werden. Lieber Zitronensäure oder Spezialreiniger verwenden.
Methode 3: Spülmaschinen-Spezialreiniger
Spezialreiniger für Spülmaschinen gibt es im Drogeriemarkt (Calgonit Maschinen Pfleger, Somat Maschinenpfleger u.a.). Sie sind genau auf das Material der Maschine abgestimmt und reinigen Wassertasche, Sieb, Pumpe und Schläuche.
- Anleitung des Herstellers lesen.
- Reinigungsmittel ins leere Gerät geben (meist eine Flasche oder ein Tab).
- Heißestes Programm starten.
- Komplett durchlaufen lassen.
Spezialreiniger sind teurer, aber besonders gründlich. Einmal alle 2-3 Monate sollte das Standardverfahren sein.
Sprüharme zusätzlich reinigen
Wenn die Wassertasche verstopft, sind oft auch die Sprüharme verkalkt. Manuell reinigen ist einfach:
- Sprüharme aus der Maschine nehmen (meist nur ein Drehverschluss).
- Über Nacht in Essigwasser oder Zitronensäure-Lösung einlegen.
- Mit Zahnstocher die Düsen freistechen.
- Unter fließendem Wasser durchspülen.
- Wieder einsetzen.
Sieb am Boden reinigen
Das Sieb in der Bodenwanne der Spülmaschine sammelt Essensreste und Schmutz. Bei regelmäßiger Reinigung verhindert es die Wassertasche-Verschmutzung:
- Unteren Korb herausnehmen.
- Sieb gegen den Uhrzeigersinn drehen und herausnehmen.
- Unter fließendem warmem Wasser mit Bürste reinigen.
- Bei sehr verschmutztem Sieb über Nacht in Spülmittel einlegen.
- Wieder einsetzen und im Uhrzeigersinn festdrehen, bis es spürbar einrastet. Achte auf die Pfeilmarkierung am Sieb – die Richtung kann je nach Modell abweichen, im Zweifel steht sie in der Bedienungsanleitung. Zieh anschließend vorsichtig am Sieb, bevor du die Maschine startest: Sitzt es nicht fest, laufen Essensreste und Scherben ungefiltert in die Umwälzpumpe.
Wenn nichts hilft
In manchen Fällen ist die Wassertasche so stark verkalkt oder verstopft, dass keine Reinigung von außen mehr hilft. Anzeichen:
- Auch nach mehreren Reinigungszyklen schlechtes Spülergebnis
- Wasser wird ungleichmäßig verteilt (oben kommt nichts an oder umgekehrt)
- Maschine wird laut beim Spülen
- Fehlercode für Wasserverteilung
Dann ist ein professioneller Ausbau notwendig. Der Kundendienst zerlegt die Maschine, reinigt die Wassertasche von innen und prüft die Pumpe. Kosten: 80-150 Euro, je nach Aufwand.
Vorbeugung
- Salzbehälter füllen: Verhindert Kalkbildung im gesamten System.
- Wasserhärte richtig einstellen: Im Menü deiner Spülmaschine. Bei zu niedriger Einstellung wird Geschirr unzureichend entkalkt.
- Regelmäßige Reinigung: Alle 2-3 Monate einen Reinigungszyklus.
- Klarspüler verwenden: Beugt Wasserflecken und Geruch vor.
- Heißeres Programm wählen: Mindestens 1x pro Woche bei 65-70 °C spülen.
Häufige Fehler
- Zitronensäure heiß angewendet: Genau andersherum. Erhitzt bildet Zitronensäure mit Kalk Calciumcitrat – hartnäckige weiße Ablagerungen, die du nicht mehr entfernen kannst. Wenn du Zitronensäure nimmst, dann kalt oder lauwarm. Für ein heißes Reinigungsprogramm nimmst du einen dafür vorgesehenen Maschinenpfleger.
- Reinigungsmittel auf der Tür gelassen: Bei einigen Modellen verklemmt das den Mechanismus.
- Sieb vergessen: Die beste Reinigung der Wassertasche bringt nichts, wenn das Sieb voll ist.
- Zu aggressive Mittel: Salzsäure oder ähnliches greift Dichtungen und Metallteile an.
- Reinigungszyklus unterbrochen: Wenn das Programm nicht zu Ende läuft, bleibt das Reinigungsmittel im System.
Fazit
Eine verschmutzte Wassertasche in der Spülmaschine ist meistens mit einfachen Hausmitteln zu beheben. Zitronensäure oder Spezialreiniger im Leerprogramm bei hoher Temperatur lösen Kalk und Schmutz zuverlässig. Wer regelmäßig (alle 2-3 Monate) reinigt, hat selten Probleme.
Wichtig ist auch die Pflege drumherum: Sieb reinigen, Salzbehälter füllen, Wasserhärte richtig einstellen. Erst wenn diese Schritte nicht helfen und das Spülergebnis dauerhaft schlecht ist, lohnt sich der Kundendienst-Anruf für einen kompletten Ausbau.
Häufige Fragen
Wie oft sollte ich die Wassertasche reinigen?
Alle 2-3 Monate ein Reinigungszyklus. Bei hartem Wasser eher öfter, bei weichem Wasser weniger oft.
Welches Mittel ist am besten?
Spezialreiniger sind am besten auf die Maschine abgestimmt. Zitronensäure ist die günstigste effektive Alternative.
Kann ich die Wassertasche selbst ausbauen?
Bei manchen Modellen ja, bei anderen nur durch Fachmann. Im Zweifel lieber den Kundendienst rufen, um nichts zu beschädigen.
Was tun, wenn das Geschirr trotz Reinigung schmutzig bleibt?
Sprüharme prüfen, Sieb kontrollieren, Wasserzulauf checken. Wenn alles in Ordnung ist, kann die Pumpe schwach sein – dann Kundendienst.
Riecht meine Spülmaschine nach der Reinigung noch?
Bei Essigessenz kann der Geruch tagelang halten. Lieber Zitronensäure oder Spezialreiniger. Tür nach der Reinigung mehrere Stunden offen lassen.
