
⚠️ Wichtiger Sicherheitshinweis
Abstürze sind laut BG BAU die häufigste Ursache tödlicher Arbeitsunfälle am Bau – schon aus geringer Höhe. Bediene eine Hubarbeitsbühne nur nach Einweisung durch den Vermieter und genau nach Bedienungsanleitung: tragfähigen, ebenen Untergrund wählen, Abstützungen ausfahren, zulässige Korblast und Windgrenze einhalten, Abstand zu Stromleitungen halten.
Dacharbeiten und Arbeiten in der Nähe von Stromleitungen gehören in Fachhand (Dachdecker, Elektrofachbetrieb). Wer beruflich eine Hubarbeitsbühne bedient, braucht Ausbildung und schriftliche Beauftragung nach DGUV Grundsatz 308-008.
Streichen, Dämmen, Fugen erneuern oder Dachrinnen reinigen: An der Fassade eines Einfamilienhauses fallen im Laufe der Jahre viele dieser Arbeiten an, die sich nur mit sicherem Zugang zu größeren Höhen erledigen lassen. Viele Eigentümer greifen daher reflexartig zur Leiter oder planen ein Standgerüst ein. Beides ist nicht immer die beste Wahl. Je nach Arbeitsumfang, Gebäudehöhe und Dauer der Baustelle kann eine Hubarbeitsbühne die effizientere und auch sicherere Lösung sein.
Welche Arbeiten an der Fassade Höhenzugang erfordern
Die üblichen Arbeiten, die am Eigenheim noch nicht vom Boden aus erledigt werden können, befinden sich im Bereich von etwa vier bis zwölf Metern Arbeitshöhe. Dazu gehören das Streichen von Putzfassaden, das Anbringen oder das Ausbessern eines Wärmedämmverbundsystems, Reinigen und Reparieren von Dachrinnen und Fallrohren, Auswechseln defekter Ziegel im Traufbereich, Nachziehen von Silikonfugen an Fensteranschlüssen, Anbringen von Satellitenanlagen und Vogelschutzgittern, Montage von Außenbeleuchtung usw.
Die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft führt Absturzunfälle regelmäßig unter den häufigsten Unfallursachen im Bauhandwerk an. Auch auf privaten Baustellen besteht dieses Risiko. Für Beschäftigte gilt nach der Technischen Regel TRBS 2121 Teil 2, wie die Berufsgenossenschaft Holz und Metall zusammenfasst: Eine Leiter ist als Arbeitsplatz nur in engen Grenzen zulässig – bei einer Standhöhe zwischen 2 und 5 Metern nur, wenn die Arbeiten nicht länger als zwei Stunden je Arbeitsschicht dauern. Auch für private Bauherren ist das ein guter Maßstab.
Gerüst, Leiter oder Hubarbeitsbühne im Vergleich
Ein Standgerüst bietet eine stabile Arbeitsfläche über die gesamte Fassadenlänge und eignet sich gut für Arbeiten, die über mehrere Wochen laufen, etwa eine komplette Dämmung mit Putzaufbau. Der Aufbau ist jedoch zeit und kostenintensiv, und für kurze Einsätze steht der Aufwand oft nicht im Verhältnis zum Nutzen. Eine Leiter ist günstig und flexibel, aber nur für punktuelle, kurze Arbeiten geeignet und bietet keinen ausreichenden Bewegungsspielraum, wenn beide Hände für Werkzeug oder Material gebraucht werden.
Eine Hubarbeitsbühne schließt diese Lücke. Sie ermöglicht das schnelle Anfahren einzelner Fassadenpunkte, das Arbeiten mit voller Handfreiheit im Korb und deckt Arbeitshöhen bis über 20 Meter ab. Wer für Arbeiten wie Anstrich, Rinnenreinigung oder Reparaturen einen kurzfristigen Zugang benötigt, kann eine Arbeitsbühne bei BIBERGER mieten und ist meist innerhalb weniger Stunden einsatzbereit, ohne Auf und Abbauzeiten wie beim Gerüst.
Wichtig ist die Wahl des richtigen Gerätetyps. Anhänger Arbeitsbühnen lassen sich mit einem Pkw ziehen – vorausgesetzt, die zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs und deine Führerscheinklasse passen zum Gewicht der Bühne (vorab beim Vermieter erfragen) – und eignen sich für Arbeiten in engen Wohngebieten. Selbstfahrende Scherenbühnen sind für ebene, befestigte Flächen konzipiert, während LKW Arbeitsbühnen große Reichweiten und seitliche Ausleger bieten, etwa um über Vordächer oder Anbauten hinweg zu arbeiten.
Wirtschaftlichkeit: Wann sich die Miete rechnet
Als grobe Orientierung gilt, dass eine Arbeitsbühne bei kurzen Einsätzen von wenigen Tagen günstiger sein kann als ein Gerüst gleicher Reichweite – ein Vergleich konkreter Angebote zeigt es im Einzelfall. Die Tagesmiete für eine Anhängerbühne mit rund 14 Metern Arbeitshöhe bewegt sich im niedrigen dreistelligen Bereich, ein Standgerüst schlägt schon beim Aufbau mit mehreren hundert Euro zu Buche, unabhängig von der tatsächlichen Nutzungsdauer.
Vor der Buchung sollten einige Kennzahlen geklärt sein: maximale Arbeitshöhe, seitliche Reichweite, Korblast und Aufstellfläche. Bedienerinnen und Bediener benötigen eine Einweisung in das konkrete Gerät. Der umgangssprachliche „Bedienerschein“ meint dagegen die nachgewiesene Qualifizierung für die berufliche Bedienung. Seriöse Vermieter führen diese Einweisung bei der Übergabe durch oder verweisen auf entsprechende Nachweise.
Quellen
- BG BAU – Absturzunfälle – belegt: Absturzunfälle zählen zu den häufigsten Unfallursachen am Bau (häufigste Ursache tödlicher Arbeitsunfälle)
- BAuA/ABS – TRBS 2121 Teil 2 „Gefährdung von Beschäftigten bei der Verwendung von Leitern“ – belegt: Grenzen für Arbeiten von Leitern (Standhöhe, zeitweilige Arbeiten max. zwei Stunden je Schicht)
- DGUV – Grundsatz 308-008 „Ausbildung und Beauftragung der Bediener von Hubarbeitsbühnen“ – belegt: Anforderungen an Bediener von Hubarbeitsbühnen („Bedienerschein“)
- Bundesrecht – Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), § 6 – belegt: Führerscheinklasse für Pkw mit Anhänger (Anhänger-Arbeitsbühne)
