Wenn es um Immobilienpreise geht, stehen meist Hamburg, München oder Berlin im Mittelpunkt. Bremen taucht in diesen Debatten seltener auf, obwohl die Hansestadt für Bauherren einiges zu bieten hat. Sie hat die Infrastruktur einer Großstadt, große Konversionsflächen in Hafennähe und viele gewachsene Wohnviertel mit klarer Struktur. Gleichzeitig bringt der Standort Eigenheiten mit, die Käufer und Bauherren kennen sollten.
Ein Markt mit eigenem Profil
Kaum eine andere deutsche Großstadt wird so stark von einem einzigen Haustyp geprägt. Das Bremer Haus, ein schmales Reihenhaus aus der Zeit um 1900, steht zu Tausenden in Findorff, Schwachhausen, im Viertel und in der Neustadt. Typisch sind Souterrain, Hochparterre und ein bis zwei Obergeschosse. Diese Häuser sind gefragt, verlangen aber oft eine energetische Sanierung von Dach, Fenstern und Heizung.
Wer neu bauen möchte, sucht meist in Borgfeld, Oberneuland, Huchting oder in kleineren Neubaugebieten am Stadtrand.
Bestand und Neubau unterscheiden sich bei der Abwicklung deutlich. Beim Altbau stehen Bausubstanz, Sanierungskosten und mitunter Denkmalschutz im Vordergrund. Beim Neubau geht es um Bauträgervertrag, Zahlungsplan und Baugrund. In beiden Fällen hängt viel davon ab, ob die Finanzierung rechtzeitig steht. In Bremen gibt es deshalb Maklerhäuser wie das von Burak Dilek, bei denen Vermittlung und Baufinanzierung zusammen betreut werden. Für Käufer bedeutet ein solches Modell vor allem, dass die Finanzierbarkeit schon vor der Besichtigung geprüft wird und der Weg zum Kaufvertrag kürzer ausfällt.
Neue Quartiere: Überseestadt und Tabakquartier
Das bekannteste Entwicklungsgebiet ist die Überseestadt im Westen der Stadt. Auf knapp 300 Hektar ehemaliger Hafenfläche entsteht seit Anfang der 2000er Jahre ein gemischter Ortsteil mit Büros, Gastronomie, umgebauten Speichern und Wohnungen. Sie zählt zu den größten Stadtentwicklungsprojekten Europas. Inzwischen leben dort über 5.000 Menschen in rund 2.800 Wohnungen.
Auf der anderen Weserseite wächst in Woltmershausen das Tabakquartier. Auf dem über 20 Hektar großen Gelände der früheren Zigarettenfabrik Martin Brinkmann sollen mehr als 1.000 Wohnungen entstehen, ergänzt durch Gewerbe, Kultur und Grünflächen. Statt Stellplätzen vor jeder Haustür setzt die Planung auf zentrale Mobilitätshäuser.
Eigentumswohnungen in solchen Quartieren werden überwiegend von Bauträgern verkauft. Hier greift die Makler- und Bauträgerverordnung (MaBV). Sie legt fest, dass Käufer nur nach Baufortschritt zahlen, in höchstens sieben Abschlagsraten. Ein Zahlungsplan, der davon abweicht, sollte vor der Beurkundung geprüft werden.
Kaufnebenkosten realistisch kalkulieren
Seit dem 1. Juli 2025 beträgt die Grunderwerbsteuer im Land Bremen 5,5 Prozent statt zuvor 5,0 Prozent. Bei einem Kaufpreis von 400.000 Euro sind das 22.000 Euro. Im niedersächsischen Umland, etwa in Stuhr, Weyhe oder Lilienthal, gelten weiterhin 5,0 Prozent, also 20.000 Euro für denselben Kaufpreis. Die Steuer entsteht bereits mit dem notariellen Kaufvertrag. Zuständig für alle Erwerbe im Land Bremen ist zentral das Finanzamt Bremerhaven.
Hinzu kommen Notar- und Grundbuchkosten von etwa 1,5 bis 2 Prozent. Beim Kauf eines Einfamilienhauses oder einer Wohnung durch Privatpersonen wird eine Maklerprovision seit Dezember 2020 grundsätzlich zwischen Käufer und Verkäufer geteilt. Die meisten Banken erwarten, dass die Nebenkosten aus Eigenkapital bezahlt werden.
