Du brauchst einen Zaun um dein Grundstück, einen Schutz vor Wildtieren oder eine Abgrenzung im Garten – willst aber nicht mehrere tausend Euro ausgeben? Bauzäune sind eine günstige, robuste Alternative. Sie kosten je nach Größe zwischen 30 und 80 Euro pro Element, sind dauerhaft, einfach zu montieren und können auch optisch ansprechend gemacht werden.
In dieser Anleitung zeigen wir dir, ob Bauzäune wirklich als Gartenzaun taugen, welche Vor- und Nachteile sie haben und wie du sie optisch aufwerten kannst. Außerdem zeigen wir dir die rechtliche Seite und worauf du bei der Montage achten musst.
Das Wichtigste in Kürze
- Vorteile: Günstig, robust, schnell aufgebaut, modular.
- Nachteile: Optisch industriell, ohne Sichtschutz, schwer zu bewegen.
- Kosten: 30-80 Euro pro Element (2,50×3,50 m), Füße ab 5 Euro.
- Aufwertung: Mit Sichtschutz-Streifen, Hecken oder Holzverkleidung.
- Genehmigung: Meistens nicht nötig, abhängig von der Region und Höhe.
Was sind Bauzäune?
Bauzäune sind verzinkte Stahlgitterzäune, die normalerweise auf Baustellen verwendet werden. Sie bestehen aus standardisierten Elementen (meist 2,5×3,5 m), die in Beton-Plattenfüße gesteckt werden. Sehr stabil, einfach aufzubauen, modular erweiterbar.
Sie kommen ursprünglich aus dem Baubereich, wo sie temporär eingesetzt werden. Als Gartenzaun werden sie deshalb manchmal kritisch beäugt – sie wirken „wie auf einer Baustelle“. Aber mit ein paar Tricks lassen sie sich optisch deutlich aufwerten.
Vor- und Nachteile
Vorteile
- Sehr günstig: Ein Komplettset für einen 30-Meter-Zaun kostet 600-1.200 Euro – im Vergleich zu Doppelstabmattenzaun (2.000-3.000 Euro).
- Schnell aufgebaut: Komplette Zaun-Strecke in einem Wochenende.
- Modular: Bei Bedarf erweiterbar, umsetzbar.
- Robust: Hält Wind, Wetter, Schnee und kleinen Stößen stand.
- Verzinkt: Rostschutz für 20+ Jahre.
- Mietbar: Manche Anbieter vermieten Bauzäune – ideal für temporären Bedarf.
Nachteile
- Industrielle Optik: Sieht nach Baustelle aus, wenn nicht aufgewertet.
- Kein Sichtschutz: Standardmäßig komplett durchsichtig.
- Schwer: Plattenfüße wiegen 30-40 kg, schwer zu bewegen.
- Höhe begrenzt: Standardmäßig 2 m, manchmal höher.
- Standfest, aber nicht fest: Bei starkem Sturm kann er umkippen.
Aufwertung des Bauzauns
Sichtschutz-Streifen
PVC-Sichtschutzstreifen werden durch die Maschen geflochten. Sie sind günstig (15-25 Euro pro 10 m) und erhältlich in vielen Farben (Grün, Anthrazit, Beige). Vorher prüfen, ob die Maschenweite des Zauns passt.
Heckenpflanzen
Liguster, Thuja oder andere schnellwachsende Heckenpflanzen vor den Zaun. Nach 2-3 Jahren ist der Bauzaun komplett verdeckt und das Grün gibt einen natürlichen Look.
Holzverkleidung
Vor den Zaun werden Holzbretter senkrecht aufgestellt und mit dem Bauzaun verbunden. So sieht es aus wie ein normaler Holzzaun, hat aber die Stabilität des Bauzauns.
Mit Stoffbahnen
Spezielle Bauzaun-Banner aus reißfestem Polyester werden mit Kabelbindern befestigt. In verschiedenen Mustern und Farben erhältlich.
Werkzeug und Material
- Bauzaun-Elemente (verzinkt, gebraucht oder neu)
- Beton-Plattenfüße (3-4 pro Zaunelement, einer ist Eckenelement)
- Verbindungsklemmen oder Schäkel
- Optional: Sichtschutzstreifen, Heckenpflanzen, Holzbretter
- Werkzeug: Hammer (für die Verbindungsbolzen), Zollstock
Schritt-für-Schritt-Anleitung
- Grundstück vermessen: Strecke abmessen, Anzahl der Elemente berechnen (Element + Fußabstand 3,5 m).
- Plattenfüße aufstellen: Im richtigen Abstand auf den Boden legen. Bei unebenen Stellen Sand oder Kies ausgleichen.
- Erstes Element einstecken: Den Bauzaun-Rahmen in die Aussparung des Fußes einsetzen. Vorsicht: Element ist schwer (50-70 kg).
- Zweites Element anbringen: Daneben in den gleichen Fuß einsetzen. So entsteht eine durchgehende Linie.
- Verbindung sichern: Mit Klemmen oder Schäkeln die Elemente miteinander verbinden, damit sie nicht auseinander gezogen werden können.
- Eckpfosten setzen: An den Ecken einen Extra-Fuß für die Stabilität.
- Tor einplanen: Manche Hersteller bieten Bauzaun-Tore. Alternativ ein Element komplett herausnehmbar machen.
- Aufwertung: Sichtschutzstreifen einflechten oder Hecke pflanzen.
Rechtliche Aspekte
- Grenzbebauung: Bauzäune dürfen meistens direkt an der Grundstücksgrenze stehen, solange sie unter einer bestimmten Höhe sind.
- Genehmigung: Bei einem Zaun unter 1,80 m meistens nicht nötig. In manchen Regionen anders – bei der Gemeinde nachfragen.
- Nachbarn: Im Vorfeld informieren, vor allem wenn der Zaun direkt an der Grenze steht.
- Bebauungsplan: Manche Wohngebiete haben Vorgaben, was für Zäune erlaubt sind (z.B. nur Holz, keine Bauzäune).
- Optik: Bei sehr modernen Wohngebieten kann der industrielle Look stören – im Zweifel mit Nachbarn klären.
Häufige Fehler
- Standfestigkeit unterschätzt: Plattenfüße auf unebenen Boden gelegt – Zaun fällt um.
- Keine Verbindung: Einzelne Elemente nicht miteinander verbunden – bei Wind kippen sie.
- Falsche Maschenweite: Sichtschutzstreifen passen nicht.
- Hecken zu nah gepflanzt: Wurzeln drücken die Plattenfüße aus dem Boden.
- Ohne Bewässerung der Hecke: Bei Trockenheit gehen junge Heckenpflanzen ein.
Fazit
Bauzäune als Gartenzaun sind eine sehr günstige und schnell aufgebaute Alternative zu Standard-Gartenzäunen. Sie kosten einen Bruchteil und sind dabei extrem stabil. Der industrielle Look lässt sich mit Sichtschutzstreifen, Heckenpflanzung oder Holzverkleidung gut aufwerten.
Wer in einem modernen Wohngebiet wohnt oder Wert auf elegante Optik legt, sollte vor dem Kauf prüfen, ob der Bauzaun-Look akzeptabel ist. Für ländliche Lagen, Werkstätten, Bauplätze oder als temporäre Lösung sind Bauzäune optimal.
Häufige Fragen
Wo bekomme ich Bauzäune?
Im Baumarkt, online (eBay, Amazon, Spezialhändler) oder gebraucht bei Bauunternehmen.
Was kostet ein 30-Meter-Zaun?
Komplettset neu 600-1.200 Euro, gebraucht 300-600 Euro. Plus Aufwertung 100-300 Euro.
Brauche ich ein Fundament?
Nein, die Plattenfüße ersetzen das Fundament. Bei sehr windexponierten Lagen können die Füße zusätzlich am Boden verankert werden.
Wie lange hält der Bauzaun?
Bei verzinkter Ausführung 15-25 Jahre. Die Plattenfüße sind quasi unkaputtbar.
Sind sie auch für Tiere geeignet?
Ja, vor allem für Hunde-Auslaufplätze gut geeignet. Kleine Tiere wie Hasen kommen durch die Maschen – ggf. mit Drahtgitter ergänzen.
